Kloster „Heilige Geburt der Gottsesmutter Mariä“ (Roschen)

Todor Bozhinov / Тодор Божинов / Martyr, CC BY-SA 3.0

Das bereits erstmalig im Jahr 890 in den Aufzeichnungen des Berg Athos erwähnte Kloster Roschen[1] (bulg.Роженски манастир), welches mit dem richtigen Namen eigentlich  Kloster „Heilige Geburt der Gottesmutter Mariä“[2] (bulgarisch Свето Рождество Богородично) heisst, dürfte wohl um die Jahrtausendwende, bei Streitigkeiten des ersten bulgarischen Reiches und dem byzantinischen Reich zerstört worden sein. Erst während der Kreuzzüge zur Zeit des Kaisers Michael VIII. Dukas Komnenos Palaiologos (1259 bis 1282) begann man das Kloster neuerlich zu errichten. Auffallend hierbei, dass der Bau des Klosters eher dem einer mittelalterlichen Festung, als dem eines Klosters entspricht und in einer, für diese im Normalfall des Templerritterorden zugeschriebenen regelmässigen sechseckigen Bauweise erfolgte. Daher gehen manche Historiker davon aus, dass nach dem Lateinischen Kaiserreich (1204-1261) Templer in dieser Gegend verblieben und das Kloster errichteten. Der Wanderweg[3] zum Kloster führt darüber hinaus an den Sandsteinpyramiden von Melnik vorbei, so das man in Roschen gleich 2 der Attraktionen der Top 100 Liste der 100 nationalen Touristenattraktionen in Bulgarien besichtigen kann.

Blagoevgrad

Georgi Nikolchev, Gemeinfrei

Die im Südwesten Bulgariens gelegene, ehemalig makedonische, seit 1912 bulgarische Bezirkshauptstadt Blagoevgrad [bɫɐˈɡɔɛvˌɡrat] (bulgarisch Благоевград, bis 1950 Gorna Dschumaja/Горна Джумая, türkisch Yukarı Cuma) im gleichnamigen Oblast Blagoevgrad, wäre mit ihren 69.178 EinwohnerInnen nach deutschen Verhältnissen eine Mittelstadt[1]. Blagoevgrad verfügt mit der Südwestuniversität „Neophyte Rilski“ (SWU)[2] und der amerikanischen Universität[3] über zwei Universitäten, ist Verwaltungsstadt und kulturelles Zentrum.

Sie ist der optimale Startpunkt zu Ausflügen zum Rila Kloster so wie zur Stadt Melnik , welche für ihre Sandsteinpyramiden bekannt ist. Historisch ist Skaptopara, so der ursprüngliche Name von Blagoevgrad wegen des Beitrags in der Entwicklung der Direkten Demokratie bekannt. Die Bürger von Skaptopara stellten bereits 238 n.Chr. eine Petition[4] an den römischen Kaiser Gordian III, mit der Bitte auf die Sauberkeit des römischen Gouverneurs der Provinz Thrakien zu achten. Denn bereits 300 v.Chr. nutzten die Thraker die heissen Quellen der Stadt als Kurbad[5].

Festung Trajans Tor

Die Festung Trajans Tor[1], bulgarisch Tranyanovi Vrata, die sich in der Zeit des Lateinischen Kaisereiches auf der Halbscheid der Konzilstadt Serdica, dem heutigen Sofia und der Hauptstadt des Lateinischen Reichs, Haskovo, in der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt an der Grenze des Fürstentum Bulgarien zu Ostrumelien bei der Stadt Kostenez, im Oblast Sofia, im Südwestens Bulgariens befindet, ist wohl, trotz ihrer Lage an der Via Militaris, fälschlicherweise als von Kaiser Trajan errichtet bezeichnet.

Sicher ist allerdings, dass die Stadt Konstenz bereits im 2. Jahrhundert n.Chr. Heilbehandlungen am Fuss des Rila-Gebirges anbot, also ein römisches Bad beherbergte, welches in der heutigen Zeit zur Kurstadt mit Radonbalneologie, also radonhaltigem Wasser ausgebaut wurde. So das man sich fragen muss, was an Haskovos strahlungsreichen Wasser eigentlich so gefährlich ist? Bis in das 20.Jahrhundert noch als Pass zwischen Thrakien und der oberthrakischen Tiefebene[2] rund um Sofia genutzt, bietet sich entlang der Awtomagistrala Trakija heute durch den  Ihtimanska Sredna Gora[3] ein bequemer Weg zur Passage.

Festung Sexaginta Prista

Rossen Radev, Public Domain

Die Festung Sexaginta Prista[1], oder einfach nur Prista, welche sich auf dem Gebiet der Stadt Russe im Oblast Russe befindet, ist eine antike römische Festung, deren Name soviel wie „Hafen der sechzig Schiffe“[2] bedeutet.  2006 fanden die Archäologen hier die Überreste eines römischen Militärschiffs, so das man feststellen konnte, dass das byzantinische Reich hier vom ersten Viertel des IV. Jahrhunderts, damals noch römisches Reich, die Reichsteilung erfolgte 395, bis zum ersten Viertel des V. einen Donauhafen für Militärschiffe betrieb.

Die Festung, welche auf den Ruinen einer alten thrakischen Siedlung entstand, hierfür liefert der Fund eines thrakischen Kruges aus dem 2.-1.Jahrhundert vor Christus den Beweis, dürfte allerdings auch schon in thrakischer Zeit den Handel mit Rhodos ermöglicht haben. Denn auch hierzu sind Beweise zu finden.

Kokalyane Kloster Erzengel Michael

Das Kokalyane-Kloster[1] des Erzengel Michael[2], welches sich in der Nähe der Festung Urwitsch, ebenfalls auf einem Hügel, dem Plana, 1 Kilometer entfernt der Ortschaft Kokalyane am Fluss Iskar befindet, die Entfernung nach Sofia beträgt 19,1 km[2], wurde in der Zeit Simeon I, Zar des ersten bulgarischen Reiches, nach dessen Sieg im bulgarisch-serbischen Krieg von 896 zum Schutz der Grenze gegenüber Serbien erbaut.

Festung Urwitsch

Die mittelalterliche Festung Urwitsch[1] bei Kokaljane[2], ein Bestandteil des „Heiligen Berg Athos von Sofia“[3], ein Gebiet, welches durch zahlreiche Klöster bekannt ist und sich auf dem Land des Dorfes Pancharevo[4], 19,1 km entfernt von Sofia, beim historischen Dorf Glavisha[5] befindet, wurde zwar schon während des ersten bulgarischen Reiches zur Zeit von Khan Krum, also zwischen 803 und 814 errichtet, entwickelte seine Bedeutung allerdings erst im zweiten bulgarischen Reich nach der Schlacht an der Mariza. Hier errichtete das zweite bulgarische Reich bereits zur Zeit des Lateinischen Kaiserreichs seinen Hauptstützpunkt, so das Zar Ivan Assen V.[6] nach der verloren Schlacht hierher zurückkehrt. Iwan Schischman von hier die Verteidigung gegen die Osmanische Besatzung vornahm. Die Verteidigungslinie trotz des Wegfalls der Lateiner niemals weiter nach vorne verlagert wurde.

Neujahr, 1.-11.Jänner

Auch wenn das Neujahrsfest in Bulgarien teilweise mit leichten Schlägen über die Bühne geht, so ist es dennoch ein Fest der gesamten Familie. Anders als in anderen Ländern dauert es nicht nur von Silvester bis Neujahr, sondern kann je nach Gegend bis zum Jordanovden, Iwanovden oder aber dem 11.Jänner zelebriert werden.

Alle männlichen Bulgaren, ob Männer und Jungen, erhalten hierbei ihre Aufgabe. Während die Jungen mit Kornelkirschrouten den Älteren die Sünden des letzten Jahres „ausklopfen“, sind es die singenden Junggesellen, welche als Minesänger auf Brautschau gehen. Vertreiben die verheirateten Männer den Winter verkleidet als Dämonen.

Die Festung Schumen

Genghis Khan, Gemeinfrei

Die Festung Schumen[1], eine der 100 nationalen Touristenattraktionen, die auf dem Shumen-Plateau[2] nur 3 km entfernt von der Stadt Schumen im Oblast Schumen im Nordosten von Bulgarien liegt, gehört wohl zu den ältesten Festungen Bulgariens. Die Erstbebauung erfolgte schon zur Zeit der Thraker. Also so etwa 1200 v.Chr. Sie weist Spuren aus zahlreichen Epochen auf und wurde beim letzten Kreuzzug 1444 durch König Władysław III. vom Polen und Ungarn zerstört. Ein Kreuzzug der zeigt, dass weder für den ersten Kreuzzug noch für den letzten Kreuzzug die Templer verantwortlich gemacht werden können. Diese nur Kontingente stellten. Die Festung war in allen Epochen wegen ihrer Lage zu Füssen des Stara Planena, dem Balkangebirge von grosser Bedeutung.

Die Jungfernfestung (Dewingrad)

Die Jungfernfestung (bulgarisch: Момина крепост[1]), welche im Deutschen häufig als Dewingrad[2] (bulgarisch Девинград) bezeichnet wird ist eine der drei Festungen, welche man bei Weliko Tarnovo im Oblast Weliko Tarnovo aus der Zeit des zweiten bulgarischen Reiches ausmachen konnte.

Neben den Festungen Zarewez und Trapesiza dürfte es sich um die drittwichtigste Festung von Weliko Tarnovo gehandelt haben.

Die Festung Tuida

Die Festung Tuida[1], in der Nähe der Stadt Sliven im Oblast Sliven, welche bereits in der Eisenzeit, also in der Zeit von 750 v.Chr. bis ins 5.Jahrhundert nach Christus, erste Siedlungsspuren aufweist.

Tuida dürfte sich bereits in der Zeit des römischen Reiches zu einem wesentlichen Handelspunkt, dann zum grossen Garnisions- und Wohngebiet, in der Folge ab dem 4.Jahrhundert zum eigenen Bistum entwickelt haben. Während des ersten bulgarischen Reiches konnte die im selben Jahrhundert errichtete Festung permanent ausgebaut werden.